Buchweizen
Buchweizen – das traditionelle Pseudogetreide mit Zukunft

Regional angebaut, nährstoffreich und gut für die Artenvielfalt: Buchweizen erlebt seit einigen Jahren ein Comeback. Obwohl er häufig als Getreide bezeichnet wird, gehört Buchweizen botanisch gar nicht zu den Süßgräsern, sondern zur Familie der Knöterichgewächse und ist damit näher mit Rhabarber und Sauerampfer verwandt.
Seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Küche, seine wertvollen Inhaltsstoffe und seine Vorteile für Landwirtschaft und Biodiversität machen ihn zu einer spannenden Ackerkultur in Brandenburg.
Was ist Buchweizen?
Buchweizen (Fagopyrum esculentum) zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Ursprünglich stammt er aus China und Zentralasien und wird dort seit Jahrtausenden angebaut. Seinen Namen verdankt er den kleinen dreieckigen Samen, die an Bucheckern erinnern.
Da Buchweizen kein echtes Getreide ist, wird er als Pseudogetreide bezeichnet. Von Natur aus ist er glutenfrei und eignet sich deshalb auch für viele Menschen mit Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie (sofern eine Kontamination bei Verarbeitung und Transport ausgeschlossen ist).
Auch international spielt Buchweizen eine wichtige Rolle: In Japan werden daraus zum Beispiel die bekannten Soba-Nudeln hergestellt und in Osteuropa ist gerösteter Buchweizen als Kascha ein traditionelles Grundnahrungsmittel.
Wertvolle Inhaltsstoffe
Buchweizen überzeugt durch eine hohe Nährstoffdichte und liefert zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe.
Dazu gehören unter anderem:
- hochwertiges pflanzliches Eiweiß mit allen essenziellen Aminosäuren
- Ballaststoffe
- Magnesium
- B-Vitamine (B1, B2 und B6)
- sekundäre Pflanzenstoffe wie das Flavonoid Rutin
- antioxidative Phenolsäuren
Warum gilt Buchweizen als gesund?
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit den Inhaltsstoffen des Buchweizens und deren möglichen gesundheitlichen Wirkungen.
Studien bringen insbesondere folgende Eigenschaften mit Buchweizen in Verbindung:
- Unterstützung der Herzgesundheit durch antioxidative Pflanzenstoffe wie Rutin
- Beitrag zu einer langsameren Blutzuckerantwort
- Förderung der Darmgesundheit durch seinen Ballaststoffgehalt
- Schutz der Körperzellen durch antioxidative Inhaltsstoffe
Dabei gilt: Kein einzelnes Lebensmittel wirkt allein gesundheitsfördernd. Buchweizen kann jedoch im Rahmen einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung einen wertvollen Beitrag leisten.
Warum ist Buchweizen für die Landwirtschaft interessant?
Nicht nur ernährungsphysiologisch, sondern auch aus landwirtschaftlicher Sicht bietet Buchweizen viele Vorteile.
Die Kulturpflanze
- wächst vergleichsweise schnell und ist bereits nach etwa 14 bis 18 Wochen erntereif,
- kommt mit nährstoffärmeren Standorten gut zurecht,
- benötigt häufig weniger Betriebsmittel als viele klassische Ackerkulturen,
- unterdrückt durch sein rasches Wachstum viele Unkräuter und
- sorgt für mehr Vielfalt in Fruchtfolgen.
Besonders wertvoll ist außerdem seine lange und späte Blütezeit. Während in vielen Agrarkulturlandschaften gegen Ende des Sommers nur noch wenige Pflanzen blühen, liefert Buchweizen Wildbienen, Honigbienen und anderen Bestäubern weiterhin reichlich Nektar und Pollen. Für Imkerinnen und Imker stellt diese späte Tracht eine wichtige Nahrungsquelle für ihre Bienenvölker dar.
Buchweizen im PROWERTA-Projekt
Im Projekt PROWERTA Brandenburg beschäftigen wir uns mit regionalen Kulturen, die Ernährung, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit miteinander verbinden. Buchweizen passt hervorragend zu diesem Ansatz.
Er verbindet hochwertige Inhaltsstoffe mit vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten in der Küche und besitzt gleichzeitig großes Potenzial für eine klimaangepasste und vielfältigere Landwirtschaft.
Ob als Porridge, Salat, Pancakes, Brot, Torte oder Soba-Nudeln – Buchweizen zeigt, wie spannend regionale Alternativen sein können.
Wir möchten deshalb dazu beitragen, diese traditionsreiche Kulturpflanze wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken und ihren regionalen Anbau zu fördern.
Lust auf Buchweizen bekommen?
Vielleicht kennt ihr Buchweizen bereits als Mehl, im Müsli oder in Form von Soba-Nudeln. Falls nicht, lohnt sich das Ausprobieren. In der Küche ist sein angenehm mildes, leicht nussiges Aroma vielseitig einsetzbar, sowohl in herzhaften als auch in süßen Gerichten.
Schaut doch gerne mal bei unseren Rezepten vorbei!
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
- Bundeslebensmittelschlüssel (BLS)
- Wissenschaftliche Veröffentlichungen (PubMed)
- BLE – Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Informationen zum Buchweizenanbau)






